Spezialkurs:

TAKTISCHE-NOTHILFE-JAGD

 

Vorwort, Statistiken - Jagdbetrieb;

 

Unfälle sind die häufigste Ursache für Gesundheitsschädigungen bei der Jagd, wobei Messerverletzungen besonders häufig sind.

 

Ein wesentliches Problem bei der Verhütung dieser Unfälle liegt in dem zum Teil sehr mangelhaften, kontinuierlichen Fehlen von Fort- und Weiterbildungen im Bereich Unfallschutz, Unfall Prävention, Waffensachkunde und vor allem im Bereich effizienter Erster-Hilfe-Anwendung.

 

Ein Unabhängiges Institut hat dies 2008 im Rahmen einer Fragebogenstudie untersucht:

 

Von 1797 Jägern berichteten 70% bereits eine kritische Situation erlebt zu haben (die 21 – 25 jährigen berichteten von kritischen Situationen in 91% der Fälle).

78% verwendeten keinen Gehörschutz, 75% keine orange Kleidung und 86% berichteten von Alkoholkonsum (1- 2 Getränke) vor der Jagd.

Das Institut bestätigte dass, das Sicherheitsbewusstsein in der jagenden Bevölkerung als zu "gering" ausgeprägt ist.

 

 

Hochsitzstürze

Hochsitzstürze

 

Während Messerverletzungen häufig, in der Regel aber nicht kritisch verlaufen, sind Stürze von Hochständen oder Ansitzleitern häufig Ursache von Querschnittverletzungen des Rückenmarkes mit folgender lebenslanger Behinderung.

An- und Abstiegs Unfälle wurden deshalb besonders kritisch eingestuft.

 

51% hatten einen Wirbelsäulenbruch, 41% eine Extremitäten Fraktur, 24% eine geschlossene Schädelfraktur, 22% Lungenverletzungen, 8% Abdominal Verletzungen und 4% Urogenitalverletzungen (Pfählung). Während Alkohol insgesamt relativ selten im Spiel war, lag er in 60% der Todesfälle vor.

 

Diese Statistik im europäischen Raum unterstreicht auch die ursächliche Bedeutung von technisch unzureichenden (schlecht gebaut oder verfallenen) Hochständen und Ansitzleitern.

 

Der Abstinenz des Alkoholes bei Benutzung von Ansitzeinrichtungen und der regelmäßigen Kontrolle und Wartung derselben kommt daher wichtige prophylaktische Bedeutung zu.

 

 

Schussverletzungen

Schussverletzungen

 

Schussverletzungen sind relativ seltene (< 1% der medizinischen Notfälle bei Jägern) aber häufig tödliche Unfälle. Zwei Übersichten bestätigen die – für den Untersuchungszeitraum – seltene aber kritische Verletzungen, wobei Durchschwingen durch die Schützenkette, falscher Waffengebrauch während der Pausen und falsche Lagerung sowie das Verwechseln von Jägern und Treibern

mit dem Wild die häufigsten Ursachen waren.

 

Man berichtet über 257 Verletzungen in 30 Jahren in dem Parade Beispiel Land, Deutschland (davon 26% mit tödlichem Ausgang), wobei 77% durch andere und nur 23% durch den Schützen selbst verursacht wurden.

 

63% waren Schrotschussverletzungen, 31% solche durch Jagdgewehrpatronen, 3,5% durch Flintenlaufgeschosse und 2,5% durch Handfeuerwaffen verursacht.

 

Weiteres wird berichtet, dass es über 14 tödliche Jagdunfälle in 23 Jahren, nur in (Nordrhein-Westfalen, D), davon 54% durch Jagdgewehrpatronen und 46% durch Schrotpatronen. 86% der Schützen und 73% der Opfer waren über 41 Jahre alt.

 

Ein besonders gefährlicher – weil dem Schützen in der Regel nicht bewusster – Modus tödlicher Schussverletzungen bei der Jagd geht von durchschlagenden Projektilen aus, welcher besonders bei der Schwarzwildjagd auftritt, da hier Patronen mit hoher

Durchschlagenergie auf kurze Distanzen eingesetzt werden. 

 

Ähnliches gilt für Projektile nach Ablenkung an Eis, Steinen oder Baumstämmen mit oder ohne Durchschlag eines Wildkörpers („Geller“).

 

Die vorgenannte Statistik zeigt auch, dass tödliche Schussverletzungen häufig kausal schwer einem Unfall oder einer Tötungsabsicht zuzuordnen sind.

 

Hilfreich ist dabei die Erhebung von 2002, über tödliche Schussverletzungen im gesamten Bundesgebiet von Finnland über 10 Jahre (1990 bis 1999), welche ein unterschiedliches Verteilungsmuster des Einschusses bei absichtlichen und wahrscheinlich

unabsichtlichen Schussverletzungen beschreibt.

 

In dieser Statistik werden 452 tödliche Schussverletzungen beschrieben, wobei Männer : Frauen mit 7 : 3 beteiligt waren.

Das mittlere Alter der Opfer betrug 32 Jahre.

 

Schussverletzungen mit Tötungsabsicht (Mord, 78% der Fälle) zeigten Beteiligung von Brust in 43%, von Kopf in 42% und von Bauch in 8%. 

Unfälle (8%) betrafen mit 68% den Kopf, mit 16% die Brust und mit 10% den Bauch. Bei 13% war die Zuordnung (Mord vs. Unfall) nicht möglich. 86% verstarben vor Ort.

 

Selbstmord durch Schussverletzungen bei Waffeninhabern

 

Eine sehr emotionell geführte und politisch äußerst schwerwiegende Diskussion betrifft das Risiko von Mord und Selbstmord bei Waffeninhabern, zu welchen die Jäger (in der „westlichen Welt“) allesamt zählen.

 

Gehörschädigung durch den Jagdbetrieb

Gehörschädigung durch den Jagdbetrieb

 

Wie bereits in den Statistiken zum Risikobewusstsein des Jägers erwähnt, wird die Gehörschädigung durch den Jagdbetrieb häufig nicht ernst genommen.

 

In diesem Zusammenhang zeigt eine Statistik im Jahre 2009, dass die Verwendung von großkalibrigen Schrotautomaten, besonders in Kessellagen, ein besonderes Risiko für Ertaubung und Tinnitus darstellen.

 

Es wird 2007 an Hand von 6 Fällen ein neues Krankheitsbild beschrieben – welches wahrscheinlich (unaufgeklärt) nicht so selten auftritt – nämlich die Verursachung von Drehschwindel als direkte Folge der mechanischen Einwirkung des Schusses auf die

Halswirbelsäule und auf das Gleichgewicht Organ.

 

Bislang wurden Drehschwindel nach der Jagd häufig anderen bestehenden Grunderkrankungen (Arteriosklerose, Diabetes oder Alkoholismus) zugeordnet.

 

Das Bewusstsein um dieses Krankheitsbild kann möglicherweise über eine Modifikation der Schiesstechnik diese Erkrankung in Zukunft verhindern.

 

 

Unfälle durch Allradfahrzeuge

Unfälle durch Allradfahrzeuge

 

Allradfahrzeuge werden in der Jagd in zunehmendem Masse eingesetzt. Neben Autos mit Allradantrieb und weiteren Techniken, welche den Einsatz abseits von Wegen ermöglicht, wie Differenzialsperre und Untersetzung sind es 4-Rad-Motorräder (Quads) welche auch immer mehr an Beliebtheit finden und zunehmend verwendet werden.

 

Diese Fahrzeuge sind jedoch in steigendem Maß auch Ursache von Unfällen, vorwiegend durch Überschätzung der technischen Möglichkeiten der Fahrzeuge und/oder aber auch des eigenen Fahrkönnens in zunehmend schwierigem Terrain.

 

2007 wurde eine Serie von 707 solcher Verletzungen analysiert und öffentlich dargestellt. Wie bei den Hochsitzstürzen sind auch hier Wirbelsäulenverletzungen mit bleibender Behinderung (45%) erschreckend häufig.

 

63% der Fahrzeuge hatten sich überschlagen, 52% der Patienten waren bei Bergung bewusstlos und 25% waren alkoholisiert.

 

Im Jahre 2008 wurde weiterhin beschrieben, dass Fahrer über 60 eine signifikant erhöhte Mortalität nach diesen Unfällen zeigten. Vorbestehende Erkrankungen führte zu einer sechsfach erhöhten Todesrate, verglichen mit dem jüngeren Patienten.

Man fordert mehr Fahrtraining und bessere Sicherheitseinrichtungen dieser Gefährte.

 

 

Bissverletzungen durch Tiere

Bissverletzungen durch Tiere

 

Bissverletzungen durch Tiere im Jagdbetrieb (durch Schwarzwild, Bären und vereinzelt durch Wölfe) sind zwar anekdotisch in der Presse regelmäßig nachzulesen. Publikationen dazu sind jedoch rar. Sie betreffen vorwiegend Bären.

 

Man konnte 2001 in einer systematischen Übersicht beschreiben, dass Verletzungen durch

Bären in dem Maße zunehmen, in dem der einer Population zur Verfügung stehende Lebensraum verkleinert wird.

 

1993 wurden acht Todesfälle durch Bären in Kanada untersucht und konnte zeigen, dass Bären dann gefährlich werden, wenn sie die Scheu vor dem Menschen durch „Domestikation“ verlieren.

 

In diesem Zusammenhang ist „Füttern“ von Bären und Auswilderung solcher Bären, die durch mangelnde Scheu im Ursprungsland leichter einzufangen waren, von erheblichem Risiko begleitet.

 

2004 wurde in Griechenland eine tödliche Bärenattacke beschrieben, wobei der Begleiter/Augenzeuge

nur durch viel Glück und mit geschultem, richtigen setzen von Verhalten/Erste-Hilfe-Maßnahmen, überlebte.

"Das ist des Jägers Ehrenschild, daß er beschützt und hegt sein Wild, waidmännisch jagt, wie sich’s gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt."

TAKTISCHE-NOTHILFE-JAGD

Taktische-Nothilfe-Jagd:

 

Bei dem einzigartigen Kurs, Taktische-Nothilfe-Jagd, handelt es sich um einen speziellen erweiterten Erste-Hilfe-Kurs, welcher den Teilnehmer*in dazu befähigt, verschiedenste Verletzungen im Ereignisfall fachgerecht und effizient erst zu versorgen.

 

In einem von der Rettungskette abgelegenen oder auch unsicheren Umfeld lernt der Teilnehmer sich selbst oder als Ersthelfer mit dem erlernten „XABCDE“ Schema umzugehen.

 

Der Kurs dauert 2 Tage mit 16,0 h Ausbildungsinhalt und unterteilt sich in zwei Segmente:

 

Zum Ersten in einen erweiterten Erste-Hilfe-Teil und zum Zweiten werden mit praxisbezogenen und realistischen Szenarien mittels angepassten Notfällen in der speziellen Praxis-Location abgearbeitet.

 

Die praktischen Anteile sowie die speziell zugeschnittenen Situationen, wie z.B. massivste Blutungen, Sturz aus lebensgefährlicher Höhe, Penetration/Pfählungsverletzungen, Riss/Quetsch Wunden oder Stich sowie Schussverletzungen u.v.m , vermitteln dem Teilnehmer*in,  in den speziell angepassten Situationstrainings, unter Einbeziehung von sog. verwundeten Darstellern, Aggressoren, reale Bedingungen.

 

Bei der Nachsuche wurde der Schweiß-Hund verletzt (geschlagen) Was ist zu tun?

 

Nothelferkurs.li konzipierte einen maßgeschneiderten Inhalt für Jäger und deren Vierbeiner.

 

Somit wird im speziellen Taktische-Nothilfe-Jagd-Kurs, das Wichtigste erlernt und im real Fall sicher angewandt.

 

Es erwartet den Teilnehmer*in eine realitätsnahe, zielführende, qualitativ hochwertige, somit auf alle Bedürfnisse zugeschnittene, Ausbildung.

 

Inhalte des Kurses:

 

Alle Teilnehmer erhalten die Befähigung:

 

  • zum schnellen Bewerten der Verwundungs-/ Verletzungsschwere;
  • zur Prüfung nach dem „XABCDE“ Schema;
  • zur Selbst- und Kameradenhilfe;
  • zur Abarbeitung des Algorithmus BLS/AED SRC;
  • zum Beherrschen der Maßnahmen zur Blutstillung, insbesondere mit Tourniquet, Hämostyptika (Blutstillende Mittel) und dem Israeli Bandage, (spezieller, vielseitig einsetzbarer Druckverband);
  • Maßnahmen anzuwenden, die zur Schockprophylaxe mit Lagerungstechniken dienen;
  • zum Beherrschen der Maßnahmen, Freimachen und Halten der Atemwege inkl. Verwendung des Nasopharyngeal Tubus.
  • zur erweiterten Versorgung eines Verwundeten mit traumatologischen Verletzungsmustern;
  • zur Behandlung von Thoraxverletzungen mittels Chest-Seal, (Okklusivverband), Informationen zur Entlastungspunktion.
  • zum Beherrschen von Grundprinzipien der Wundversorgung und Verbandlehre;
  • Techniken zur Schienung und Ruhig-Stellung der betroffenen Körper-Regionen;
  • zur Übergabe des Verwundeten an Spezialkräfte;
  • zur Zusammenstellung spezifischer IFAK Materialien für den beruflichen oder privaten Gebrauch; 

 

Kursort: FL, CH, EU; Spezielle Location; 

Kursdatum: auf Anfrage;

Kurszeiten: 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr, 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr;

Kursteilnehmer: Mind. 8 Teilnehmer, Max. 12 Teilnehmer;

Material/Ausrüstung: lt. Jagdlichem Zweck;

Verpflegung: Feldküche, Kaltverpflegung, Snacks, Kaffee, Getränke;

Kurskosten: CHF 740.- (inkl. Bls/Aed-SRC Ausweis)

 

«AGB» 

 

Leistungsumfang: Praxisorientierte und maßgeschneiderte Ausbildung mit abschließender Inhaltsüberprüfung;

Kursabschluss: Nach erfolgreicher Kursteilnahme und positiv absolvierter theoretischen sowie praktischen Prüfung, erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat von dem Kurskonzept Taktische-Nothilfe und einen *Bls/Aed-SRC Ausweis *(gültig für zwei Jahre).

 

Anmeldung Taktische-Nothilfe-Jagd

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www.nothelferkurs.li